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SÜDAFRIKA > GO NORD: Stille Stops im Garten Eden
Eine Straße wie gemalt...
Stille Stops im Garten Eden
Als Ausrichter der Fußball-WM 2010 war Südafrika im Sommer über Wochen in den Schlagzeilen.
Mit Kapstadt und Port Elizabeth lagen zwei Spielorte der deutschen Nationalmannschaft an der
Gardenroute, einer der schönsten Straßen der Welt. Sie entlang zu fahren ist ein Genuss...

„Offiziell“ beginnt sie im Süden bei Swellendam und endet in Humansdorp kurz vor Port Elizabeth. Der interessanteste Streckenabschnitt liegt zwischen Mossel Bay und der Mündung des Storms River im Tsitsikamma-Nationalpark. An den traumhaften Küsten der Garden Route wechseln steile Felsklippen mit malerischen Buchten, ausgedehnte Sandstrände mit dichtem, immergrünem Regenwald. In den angrenzenden Outeniqua- und Tsitsikammabergen entspringen zahlreiche Flüsse, die sich in weiten Bögen durch sattgrüne Ebenen schlängeln und schließlich in den Indischen Ozean münden. Die Highlights:



Swellendam
liegt in der Overberg-Region auf halbem Wege zwischen Kapstadt und der Garden Route und eignet sich optimal für einen ein- oder mehrtägigen Stopover. Umgeben ist die Stadt von fruchtbarem, sanft gewelltem Agrarland, durch das sich malerisch der Breede River windet. Im Hintergrund liegt sch
ützend das Bergmassiv der Langeberg Range. Swellendam wurde bereits 1746 vom damaligen Gouverneur der Kap-Provinz, Hendrik Swellengrebel, und seiner Frau Helena ten Damme gegründet und gilt als drittältester Ort in Südafrika. Zahlreiche Gebäude im kapholländischen oder viktorianischen Stil zeugen vom reichen historischen Erbe der Stadt. Sehenswert ist die Drostdy, die alte Landvogtei aus dem Jahre 1749, die heute ein heimatkundliches Museum ist.
Tipp: Der Bontebok-Nationalpark liegt sechs Kilometer südlich von Swellendam und ist über eine gut ausgebaute Sandstraße zu erreichen. Das kleine Naturschutzgebiet - nur knapp 20 Quadratkilometer groß - grenzt an den Breede River und dient dem Schutz der immer noch vom Aussterben bedrohten Buntbock-Antilopen. Zudem findet man im Park auch Bergzebras, Springböcke und weitere Antilopenarten. Ein Besuch lohnt sich besonders im Winter und Frühjahr, wenn die Ebenen mit farbenprächtigen Wildblumen übersät sind. Die Unterkünfte im Park sind begrenzt und beschränken sich auf Wohnwagen mit Zelt-Vorraum, jeweils sechs Betten und eine Kochgelegenheit. Dazu einen Campingplatz am Fluß. Am Parkeingang gibt es einen kleinen Laden, wo man Lebensmittel und Getränke bekommt. Im Breede River darf man angeln (mit Erlaubnisschein) und natürlich baden. Außerdem kann man im Park wandern oder mit dem eigenen Auto auf Wildbeobachtung gehen.
Der Name Mossel Bay, Muschelbucht, stammt von holländischen Seefahrern, die hier besonders viele Muscheln, Austern und Langusten fanden. Als erster Europäer landete allerdings der Portugiese Bartholomeus Diaz 1488 in der Mossel Bay. Von den hier lebenden Hottentotten wurde er nicht gerade freundlich empfangen, und so musste er ohne die erhoffte Auffüllung der Fleischvorräte weiter segeln. Wesentlich bessere Bedingungen fand einige Jahre darauf Vasco da Gama vor, der im November 1497 eintraf. Danach entwickelte sich der Ort zum Anlaufpunkt für portugiesische Schiffe, die hier Frischwasser aufnahmen und ihre Vorräte ergänzten. Die Seefahrer entwickelten auch ein System für die Kommunikation: In einem alten Milkwood-Baum hing ein Stiefel, in dem die Seeleute Nachrichten für andere Schiffe hinterließen. Heute erinnert ein steinerner Schuh oberhalb der Mossel Bay an diesen einstigen „Post-Baum“.

Briten, Holländer, Portugiesen – Multikulti über Jahrhunderte
Obgleich es am Stadtrand von Mossel Bay eine Erdgas- und Ölraffinerie gibt, ist der Ort ein beliebtes Touristen-Zentrum geblieben. Sportliche Besucher finden ein abenteuerliches Betätigungsfeld am stark zerklüfteten Strand von The Point: Bei richtigen Wind- und Gezeitenverhältnissen entstehen hier riesige Wellenberge. Es erfordert allerdings Mut, sich von den steilen Klippen in die tosenden Wassermassen zu stürzen. Tipp: Im Diaz-Museum kann man einen Nachbau des Segelschiffes besichtigen, das der Portugiese Diaz auf seiner Reise im Jahre 1488 benutzte. Die Karavelle wurde in Portugal gebaut und segelte 1988 zum 500sten Geburtstag des Seefahrers nach Mossel Bay.
George liegt rund zehn Kilometer vom Meer entfernt am Fuße der malerischen Outeniqua-Berge. Die Anfänge der Stadt reichen auf das Jahr 1776 zurück, als die Holländisch-Ostindische Handelskompanie hier einen Holzfäller-Stützpunkt errichtete. Die eigentliche Stadtgründung erfolgte im Jahre 1811 durch die Briten, die den Ort nach dem damaligen König George III benannten. Der Flecken wuchs zunächst sehr langsam, vor allem, weil es in den schwer zugänglichen Outeniqua-Bergen an für Ochsengespanne befahrbaren Verkehrswegen fehlte. Erst mit Eröffnung des Montagu-Passes 1847 entwickelte sich der Handel mit dem Inland, und George begann zu florieren. Heute zählt die Stadt rund 130.000 Einwohner und ist Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum der Garden Route. Ein moderner Flughafen, acht Kilometer außerhalb der Stadt, sorgt für die Anbindung ans Netz von South African Airways. Tipp: George entwickelt sich unaufhaltsam zu Südafrikas Golfer-Paradies. Zwei der südafrikanischen Top-10-Golfplätze liegen dort, weitere sind in Planung. Besonders beliebt ist der gigantische Fancourt Golf Estate mit seinem von Gary Player entworfenen 18-Loch-Platz. Auf dem ausgedehnten Parkgelände gibt es auch eine Golf-Schule, ein exklusives Hotel, ein Konferenzzentrum, mehrere Restaurants sowie eine Fülle von Sporteinrichtungen.
Eigentlich wäre Oudtshoorn lediglich eine verschlafene Kleinstadt hinter den Bergen, wenn da nicht die beiden großen Straußenfarmen wären, die jeden Tag ganze Busladungen von Touristen in den Ort locken. In einträglicher Konkurrenz bieten die beiden Veranstalter „Highgate Ostrich Show Farm“ und „Safari Farm“ den zahlreichen Besuchern ungefähr das gleiche Programm. Im Zwei-Stunden-Takt werden kleine Gruppen über das Gelände geführt, wo sie in kurzen Vorträgen alles Wichtige über Strauße erfahren. Zum Abschluß dürfen die Touristen dann selbst auf dem widerspenstigen Federvieh reiten und bei einem Straußenrennen auf den möglichen Sieger wetten. Immerhin sichern die zahlreichen Besucher das Überleben der Farmen. Ihre wirtschaftliche Blütezeit haben die Unternehmen jedoch schon lange hinter sich. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurden auf den Farmen bei Oudtshoorn über 100.000 Strauße gezüchtet. Die Federn waren damals in Europa heiß begehrte Modeartikel. Die reich gewordenen Federbarone konnten sich traumhafte „Straußenpaläste“ leisten, von denen noch heute einige in Oudtshoorn zu bewundern sind. Tipp: Die Cango Caves bei Oudtshoorn gehören zu den größten Tropfsteinhöhlen der Welt. In den weit verzweigten unterirdischen Anlagen kann man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Die bizarren Tropfsteinformationen sind teilweise bunt beleuchtet. Sie bestehen überwiegend aus Kalziumkarbonat und entstehen, wenn kalkhaltiges Wasser aus dem Gestein herabtropft und verdunstet.

Eukalyptus, Stink- und Yellowwood – vielfältige Flora vom Feinsten


Knysna
liegt an einer ausgedehnten Lagune, optimal geeignet für jede Art von Wassersport. Die Bucht wird von zwei eindrucksvollen Sandstein-Felsen eingerahmt, den Knysna Heads. Einen dieser Felsen kann man mit dem Auto ansteuern und so einen herrlichen Blick über die Lagune genießen. Im Hinterland erstreckt sich der Knysna Forest, der mit einer Fläche von 80.000 Hektar das größte zusammenhängende Waldgebiet in Südafrika darstellt. Wie überall an der Garden Route sind jedoch nur Teile des ursprünglichen Montan-Regenwalds erhalten. Die begehrten einheimischen, extrem langsam wachsenden Stinkwood- und Yellowwood-Bäume sind selten geworden, Fichten und Eukalypten dagegen häufiger. Es wird vermutet, dass in den Wäldern noch einige wenige Elefanten leben, wenngleich sie seit langem nicht mehr gesichtet wurden. Ein Versuch, die Dickhäuter aus dem Krüger-Nationalpark hier anzusiedeln, scheiterte kläglich. Knysna gilt als das touristische Zentrum der Garden Route. Dem Beispiel Kapstadts folgend, wurde nun auch eine kleine Waterfront gebaut, mit Yachthafen, Restaurants, Boutiquen und vielem mehr. Die Lagune eignet sich sehr gut zum Windsurfen, Wasserski- und Kanufahren, Angeln oder zum Tauchen.
Plettenberg Bay wurde nach dem Gouverneur Joachim von Plettenberg benannt, der die Bucht 1778 unter die Verwaltungshoheit der Holländisch-Ostindischen Handelsgesellschaft stellte. Die Kompagnie nutzte den Ort vorwiegend als Hafen für die Holzverschiffung. Später wurde hier eine Walfangstation erbaut, die aber 1920 ihre Tätigkeit einstellte. An der Stelle der ehemaligen Walfangstation steht heute eine exklusive Hotelanlage. Das „Beacon Island“ gehört zu den bekanntesten Hotels an der Garden Route und hat die Entwicklung Plettenberg Bays zum exklusiven Badeort entscheidend beeinflußt. Heute gibt es natürlich eine Fülle weiterer erstklassiger Hotels und Lodges sowie zahlreiche B&Bs, Gästehäuser, Appartments und Campingplätze. Plett, wie der mondäne Badeort von Südafrikanern schlicht genannt wird, kann mit den schönsten Stränden an der Garden Route aufwarten. Sie ziehen sich über viele Kilometer ganz um die Bucht herum. Die Wassersportmöglichkeiten sind vielfältig, und oft kann man Wale und Delphine in der Bucht beobachten. Der Tsitsikamma National Park, 1964 ins Leben gerufen, ist ein 80 Kilometer langer Küstenstreifen zwischen Nature's Valley und der Mündung des Storms River. Eine unberührte, weitgehend intakte Naturlandschaft. Zwei ausgedehnte Wanderrouten mit Übernachtungsmöglichkeiten wurden angelegt, so der Ottertrail mit 48 Kilometern Länge und der Tsitsikamma Trail, der 72 Kilometer misst. Ideale Wege, um die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt kennenzulernen. Dazu gehören auch die über 800 Jahre alten Exemplare der Yellowwood-Bäume. Neben einer reichhaltigen Vogelwelt gibt´s auch kleinere Säugetierarten wie die possierlichen Klippschliefer, hier Dassies genannt. Auch an weniger wanderlustige Besucher ist gedacht. Kurze Wege führen zur Hängebrücke an der Mündung des Storms River und zum Schietklipp - ein Fels im Meer, der hohe, laut donnernde Brandungswellen verursacht.                                                                                                                                  Jochen Bleckmann

l Infos & Mehr
l South African Tourism, Friedensstraße 6, 60311 Frankfurt (Gratis-Fon: 0800/118 91 18). www.southafrica.net und www-dein-suedafrika.de
l Hin & Weg
l South African Airways (www.fly-saa.com) und Lufthansa (www.lufthansa.de) fliegen ab Deutschland nonstop nach Johannesburg.
l Wohnen & Schlafen
l D´Ouwe Werf Hotel, 30 Churchstreet, Stellenbosch> Schönes im Kolonialstil gehaltenes Stadthaus mit geräumigen, komfortablen Zimmern. Top: Die Zimmerpreise beginnen bei rund 100 €. www.agoda.de
l Hotel Dorpshuis & Spa, 22 Dorp Street, Stellenbosch > www.tripadvisor.de


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