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FRANKREICH > Charmant: Kurzurlaub in der Picardie
FÄRÖER > Stürmisch: Chillen mit Charme und Schafen
ISLAND > Abenteuerlich: Offroad über Stock und Stein
DEUTSCHLAND > Appetitlich: Oberschwaben mit dem Auto
SCHWEIZ > Zügig: Per Bahn nach Zermatt und Gstaad


FRANKREICH > Charmant: Kurzurlaub in der Picardie
Traumtrips auf vier Rädern
Man gönnt sich ja sonst nichts...
Damit Träume nicht zeitlebens Schäume bleiben, kann man mit den Reiseangeboten
ei
niger Autohersteller in diesem Jahr gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
exot
isch urlauben, Spannendes erleben und obendrein sein Traumauto fahren... 

 

Island, ein ganz normaler Tag. Wir sind unterwegs in unseren Geländewagen. Offraod, jenseits aller ashaltierten Straßen irgendwo im Südosten der Insel. Plötzlich stockt die Karawane. Einer der Fahrer bleibt in einem vermeintlichen Rinnsal stecken. Mittendrin geht plötzlich gar nichts mehr – weder vor, noch zurück. Was tun? Per Seil muss der Land Rover mit der Winde wieder flott gemacht werden. Also: Klamotten aus, rein ins vier Grad kalte Wasser und das Seil befestigt. Die Winde besorgt den Rest. Als die Reifen wieder Grip unterm Gummi haben, geht´s weiter. Querbeet über Stock und Stein. Nachmittags Suppen-Stopp mit Blick auf den brodelnden Geysir, dann kurze Stippvisite an einem Wasserfall und wieder rein in die unglaublich wild-schöne Natur...
So oder ähnlich könnte sich in diesem Jahr ein Trip auf einer vom Autohersteller organisierten Tour irgendwo auf diesem Erdball gestalten. Ob Italien im Frühjahr, Island im Sommer, Namibia im Herbst oder Polarkreis im Winter - die Palette der von Porsche, Land Rover, BMW, Mercedes und Audi angebotenen Autoreisen ist groß. Und rustikal-abenteuerlich für die einen, extraordinär-luxuriös für die anderen, je nach Gusto. Die Preise bewegen sich zwangsläufig auf Luxus-Ebene - man gönnt sich ja sonst nichts. Zwar ist solch ein vom von Firmenseite organisierter Island-Trip mit Naturerfahrungen nichts für zart Besaitete, auf den nötigen Komfort muss jedoch keiner verzichten. Mal abgesehen davon, dass man ja auf jeden Fall mit seinem Traumwagen unterwegs ist. Unvergessliche Erlebnisse inbegriffen...



l LAND ROVER
: Experience-Trips gehen u.a. nach Finnland und Botswana, durch Kanada und ans «Ende der Welt» nach Argentinien. Preise: zwischen 1680 € (vier Tage Spanien) und ab etwa 3950 € für mehrtägige Touren durch Kanada, Botswana oder Slowenien. Die sechstägige Island-Tour im Juli/August 2011 kostet ab/bis Frankfurt p.P. rund 2600 €, neun Tage 3600€. Info-Hotline: 020.58-778.09-67, Buchungen: Agentur für Promotion und Service, Wülfrath, Fon: 02058-77 80 9-0, E-Mail: expeditions@landrover-experience.de, www.landrover-experience.de 

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PORSCHE: Für weniger als 911 Euro gibt´s bei Porsche nur einen Schnupperkurs: Der Tagestrip z.B. in die Sächsische Schweiz kostet im EZ 645 €, ein Wochenende inklusive Top-Hotel an der Mosel 1050 €, eine fünftägige Adventure-Tour an die italienische Riviera gibt´s für 3997 €. Highlights im Winter sind die coolen Carrera-4-Camps am finnischen Polarkreis. Preis: Fünf Tage ohne Flug 3690 €. Infos: Porsche Travel Club unter 0711/ 911–78155, E-Mail: travel-club@porsche.de, www.porsche.de

 

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BMW:
"All-Road", "Rennstreckenerlebnis" oder  Namibia ist bei den Bayern die Frage. Mal für einen ereignisreichen Tag, mal für zehn. Auf dem firmeneigenen Gelände am Münchner Flughafen kann man einen X5 mal so richtig fliegenlassen (550 €). Oder vier Stunden Vollgas geben und mit einem M3 durch die "Grüne Hölle" am Nürburgring (1200 €) rasen oder ein wüstes X5-Abenteuer in Namibia erleben. Acht Tage über Stock und Stein, über Sanddünen und Küstenstraßen kosten ohne Flug mit Übernachtung und Vollpension 3850 €. Infos: 018 05-32.47.37 und www.bmw.de

l AUDI: Unendliche Weite, eisige Rundkurse, knirschender Schnee – hervorragende Bedingungen, um bei Audis "ice experience" eine der wohl schönsten Formen des Autofahrens zu erlernen und zu erleben. Gefahren wird - je nach Reiseziel - mit dem S5 Sportback oder S4 Avant. Erfahrungen sammeln in der "Magie von Eis und Schnee" kann man in Schweden und Finnland (3 Tage bzw. 4 Tage, 2950 bis 5250 €) - oder auch in St. Anton am Arlberg (3 Tage, 1180 €). Wer´s lieber wärmer und trocken hat, ist sicherlich auf der Gourmettour durch Bayern und Franken besser aufgehoben (3 Tage, 1080 €). Infos: Audi driving experience, Fon: 0841/89-32900, E-Mail: drive@audi.de, www.audi.de/Erlebniswelt
l MERCEDES: Jeder, der davon träumt, mal vom Feinsten exotische Reiseziele zu "erfahren", kann bei den Stuttgartern aus den Vollen schöpfen. Im Programm: Erlebnisreisen (Toskana, Iran, Tunesien) oder ein mehrtägiger Fly&Drive-Trip nach Namibia (Namib-Wüste, Hochebenen ab Lüderitz) oder Tunesien (5 Tage mit dem Luxuszelt durch die Sahara). 
Infos über
Mercedes-Benz Offroad, Fon: 07732-970147, E-Mail: offroad.mercedes-benz@mb-offroad.com, Internet: www.mercedes-benz.de/driving-events und www.offroad.mercedes-benz.de






Laon, Pierrefonds, Chantilly

Schlossgeschichten à la carte...
Chantilly und Champagner, Kathedralen und kulinarische Köstlichkeiten sind
die Markenzeichen der Region im Nordosten von Paris. Einst heiß umkämpft, ist
sie heute ein lohnendes Reiseziel - nicht nur für Feinschmecker und Pferdefreunde.
 
Chic, très chic hatte er sich gemacht an diesem Tag
, der kleine Monsieur Chrétien. Dunkelblaue Hose, hellblaues Hemd, blitzblanke braune Sonntagsschuhe am drahtigen Körper. Darüber ein fast faltenloses Gesicht, an dem sechs Jahrzehnte harter Feldarbeit scheinbar spurlos vorübergegangen sind. Ein dünnes Menjoubärtchen ziert die Mundpartie, die ein schüchternes Lächeln zeigt, als er von „seinem“ Heimatort spricht: Parfondeval, eines der „schönsten Dörfer Frankreichs“ im äußersten Nordosten der Picardie, knapp dreißig Kilometer von der belgischen Grenze entfernt. Um die Mittagszeit wirkt das Dorf so lebendig wie der schlafende Hund vor der einzigen Attraktion Parfondals, einer steinernen Wehrkirche aus dem 16. Jahrhundert. Kaum ein Haus hat den Brand von 1865 überstanden, seitdem sind auch die Reetdächer verschwunden, die einst dem Ort ein Gesicht gaben. Stolz zeigt Monsieur noch sein kleines unaufgeräumtes Privatmuseum, vollgepfropft bis unters Dach mit Werkzeugen und landwirtschaftlichen Geräten, Fahrrädern und Kinderwagen aus allen Perioden des 20. Jahrhunderts. Bleibt hier und da stehen, zeigt lächelnd das siebzig Jahre alte Velosolex, den verstaubten dreirädrigen Traktor aus den 1930-er Jahren, den mechanischen Buttermixer aus irgendwann. Ein von Maman selbst gebackener Käsekuchen mit hausgemachtem Cidre noch in seiner Küche, dann heißt es „au revoir“ sagen, Laon wartet.

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Laon: Tor zu Schlössern und Champagner
„Nirgends habe ich schönere Türme gesehen als hier“, schwärmte schon im 13. Jahrhundert der Baumeister Villard de Honnecourt. „In Laon ist alles schön, die Kirchen, die Häuser, die Umgebung, einfach alles“, setzte Victor Hugo der Stadt 1835 ein literarisches Denkmal. Schön heute, dass ein Großteil des einstigen Lugdunum der Gallier in altem Glanz erscheint. Römer, Karl der Große, Templer und französische Könige waren über Jahrtausende scharf auf den strategisch und wirtschaftlich wichtigen Kalksteinhügel. Schön auch, dass man alles Sehenswerte zu Fuß erreichen kann, das imposante Stadttor Porte d´Ardon wie die 1134 erbaute Templerkapelle und Frankreichs ältestes Spital. Die Architektur der frühgotischen Kathedrale Nôtre Dame hat den Bau vieler anderer Dome beeinflusst, darunter die in Bamberg und Magdeburg. Egal, wie weitläufig die Tour durch die Stadt ist - der Besuch in einem der traditionellen nordfranzösischen „Estaminets“ ist danach ein Muss. So viel Zeit sollte sein, um in einem klassisch-picardischen Bistro den regionalen Stinkekäse „Maroilles“ in einer der zahllosen Variationen zu probieren – zum Beispiel im „St. Jean“ an der 23, Rue Saint Jean: mal als gebackene Vorspeise, mal im Salat oder nur als herzhafte Tarte zum Dessert, das Menü für schlanke 12,50 Euro.Ein Preis, für den man in der „Auberge Le Relais“ in Reuilly-Sauvigny, eine Autostunde südlich von Laon, nicht einmal die Vorspeise ordern könnte. Mit einem Stern kann sich Gourmetkoch Martial Berthuit inzwischen schmücken, sein kleines Hotel hat er folgerichtig mit komfortabel-eleganten Zimmern ausgestattet. Die einstige Poststation weitab jeglicher Hektik ist ein sehr ruhig gelegenes Refugium, ideal, um die Gegend rund um Château-Thierry zu erkunden - mit diversen Relikten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, einer von sanften Hügeln geprägten Landschaft am Ufer der Marne und der Champagne um die Ecke. Nicht verpassen sollte man die Maison Pannier, Frankreichs zweitgrößte Champagner-Kellerei mit kilometerlangen unterirdischen Gängen, in denen schon im 12. Jahrhundert Kalkgestein gebrochen und für den Bau der Stadt verwendet wurde. 1937 erkannte der Weinhändler Louis Eugène Pannier den Wert der längst stillgelegten Stollen und gründete die Maison Pannier, um dort künftig seine edlen Tropfen zwei, drei Jahre reifen zu lassen. Heute ist Pannier das einzige Haus außerhalb der Champagne, das seine picardischen Cuvées Champagner nennen darf.

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Compiègne: Ein Waggon schreibt Geschichte


Apropos: Picardie heißt zwar die Region zwischen Kanalküste und der Champagne, Paris und Belgien - Picardier als solche hat es jedoch nie gegeben, eine eigene Sprache haben sich die Nordfranzosen jedoch seit Jahrhunderten bewahrt. Immerhin, bei all den Eroberern und Landesherren, die das waldreiche Land gerne zu ihrem Herrschaftsbereich erkoren. Bei jagenden Kaisern und Königen besonders beliebt: die Region rings um Compiègne. Na, klingelt´s? Irgendwie hat man den Namen doch schon mal gehört. Stimmt. Um das Ende des Ersten Weltkriegs zu besiegeln, wurde 1918 in einem Waggon im sechs Kilometer entfernten Dorf Rethondes der Friedensvertrag zwischen Frankreich und Deutschland unterzeichnet. 1940 ein zweiter mit Adolf Hitler, der aber nicht lange Bestand hatte. Hunderttausende ließen damals ihr Leben, als Stadt an der Frontlinie hat auch Compiègne neben den seelischen auch bauliche Narben behalten. Vieles steht nicht mehr in der Stadt, die einst von den Merowingern als „Compendium“ zur Pfalz erkoren wurde. Nachfahren Karls des Großen scheuten zwischen 876 bis 987 keine Reisestrapaze, um in den Wäldern rings um „Carolopolis“ Hirsche und Wildschweine zu jagen – darunter vier vielsagende Namen wie Karl der Kahle und drei eher dekadente und geschichtlich wenig auffällige Ludwigs: der Fromme, der Faule und der Stammler. Letztere sind in der Kirche St. Saint-Corneille begraben, zwei Jahrhunderte später läuft ihr der Neubau der Kirche St. Jacques den Rang ab. Am Jakobsweg nach Santiago de Compostella gelegen, durfte sie sich im 13. Jahrhundert St.Jacques-le-Majeur nennen. Hier hat Jeanne d´Arc, Jungfrau von Orléans, am 23. Mai 1430, dem Tag ihrer Verhaftung durch die Engländer, ein letztes Gebet gen Himmel geschickt. Ohne Erfolg, wie man weiß; wenig später hauchte sie auf einem Scheiterhaufen in Rouen ihr Leben aus. König Ludwig der Fünfzehnte machte die Kirche im 18. Jahrhundert dank diverser Holzverkleidungen und barocker Elemente hoffähig. Ein Anblick, der auch heute noch einen Besuch lohnt - genau wie das 1751 erbaute Schloss, das Napoléon Bonaparte meist solo, Napoléon der Dritte dafür umso häufiger in Begleitung seiner reiselustigen Eugénie besuchte. Einen Steinwurf entfernt stehen nur noch das Rathaus, eine Templerkirche und ein 1380 von König Karl V. erbauter Festungsturm. Die beim Bau einer Tiefgarage gefundenen Relikte einer karolingischen Burg wurden kurzerhand ins Museum gebracht, der Rest zugeschüttet und darauf ein Billigmarkt installiert. Verloren, perdu. Kurz: Compiégne wurde zwar häufig eingenommen, einnehmend ist die Stadt nicht. Ganz anders dagegen die Landschaft ringsum. Sattgrüne 140 Quadratkilometer oder genau 14.417 Hektar misst der Wald jenseits der Stadt. Genug Platz, um Stunden, Tage oder Wochen in ihm zu verbringen – per pedes, auf dem Rad oder mit dem Auto. Zahlreiche Dörfer sind darin verborgen, zahllose Richtungsweiser an geschätzten 700 Wegekreuzungen helfen, den Weg zurück nach Compiégne zu finden. Napoléon III. hatte sie – so die Mär - für seine Angebetete aufstellen lassen, damit sie immer und überall den Weg zu ihm ins Schloss finden sollte.

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Pierrefonds: Märchenschloss à la Disney


Alle Dörfer im Wald zu besuchen ist allein eine Reise wert, das Highlight hinter den sieben Hügeln ist allerdings das Château de Pierrefonds. 1393 von Louis d´Orléans als Feste in den Wald gebaut, überstand sie über 200 Jahre unbeschadet die Zeitläufte, bevor Richelieu im Auftrag König Ludwig XIII. das Bollwerk 1617 schleifte. Mitte des 19. Jahrhunderts, die Romantik lässt grüßen, hauchte Napoléon der Dritte dem maroden Gemäuer wieder neues Leben ein. Zusammen mit Frankreichs Baulöwe Nummer 1 zu dieser Zeit: Viollet-le-Duc. Der hatte zuvor die Kirchen Nôtre Dame in Paris, in Vézelay und in der Burganlage von Carcassone restauriert und schien prädestiniert, auch Pierrefonds aus seinem Dornröschenschlaf zu befreien. Sein Ziel: Mittelalterliche Architektur mit Renaissance-Elementen und zeitgemäßem Gusto zu vereinen. Zwei Jahrzehnte dauerten die Bauarbeiten. Heraus kam ein Schloss, dass auf den ersten Blick an Neuschwanstein erinnert, beim näheren Hinsehen aber eher wie ein frühes Disneyland wirkt. Immerhin hat es während der Weltausstellung 1867 in Paris 160.000 Gäste in das Städtchen gelockt. Eine Zahl, von der die Präfekten aktuell nur träumen können. Möglich war der Run wegen der damals hochmodernen Eisenbahn, die zwischen Compiégne und Pierrefonds verkehrte. Wie das karolingische Erbe ist auch diese Bahnlinie stillgelegt und nie wiederbelebt worden.
 

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Chantilly: Chillen und grillen im Schlosspark


Da ist es heute einfacher und vor allem schneller, per Stadtbahn von Paris aus ein anderes Schmuckschloss der Picardie zu erreichen: das Château de Chantilly. Keine Frage: Es hat schon was, unvermittelt diesen zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert erbauten Gebäudekomplex mit seiner wechselvollen Geschichte vor Augen zu haben. Die einstige Festung der Orgemonts, das Grand Château, wurde während der Französischen Revolution platt gemacht und danach mit diversen Auf- und Anbauten neu errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts schenkte der Herzog von Aumale sein Schloss dem Institute de France mit der Bedingung, dass nichts verändert werden dürfe. Gesagt, getan: Neben dem Louvre in Paris beherbergt Chantilly heute die zweitgrößte Gemäldesammlung Frankreichs mit Werken aus der Zeit vor 1850 und sehenswertem Originalmobiliar aus drei Jahrhun-derten. Linkerhand fällt ein ähnlich gestaltetes Gemäuer ins Auge, das gern mit dem Stammschloss verwechselt wird, allerdings ausschließlich vierbeinige Bewohner hat: Tausende von edlen Pferden, die Chantilly weltweit als Hochburg des Galopp- und Trabrennsports berühmt gemacht haben. Die Stadt dahinter, Schloss, Gestüt und die riesige Parkanlage an einem Tag zu erkunden, ist schier unmöglich. Bleibt nur, sich zum Abschluss irgendwo in der Stadt die beste aller guten Crèmes schmecken zu lassen: die Crème Chantilly. Oder die standesgemäße Alternative zu wählen und einige hundert Meter durch den weitläufigen Park zum „Hameau“ zu wandeln. 1774 hat der damalige Schlossherr Prinz Pierre de Condé dort seine Sommerfrische eröffnet. Zaren und Kaiser, Emporkömmlinge und auch einen Baron d´Oberkirch empfangen, mit ihnen Feten gefeiert und sich darüber amüsiert, dass er Wasser zuhauf hatte, während das königliche Versailles leise vor sich hin dürstete. Monsieur d´Oberkirch war übrigens sehr angetan vom dort kreierten und servierten Dessert, er habe „nie zuvor eine so vorzügliche Crème gegessen“. Den Garten vor der alten Mühle umweht auch heute noch ein Hauch von Savoir vivre, klar, dass hier mit dem Blick auf fachwerkbunte, reetgedeckte Häuser auch Gourmands voll auf ihre Kosten kommen. Zum Beispiel mit einer Plat du jour rings um die Ente, von der Foie gras über Rillettes bis hin zum köstlich gefüllten Entenhals. Nun ja, Qualität hat ihren Preis, der Schmaus schlägt mit 23 Euro zu Buche, reicht aber für Zwei. Tröstlich, dass ein vergleichbarer Schmaus im knapp drei Stunden entfernten Köln sicherlich das Doppelte kosten würde. Dass die S-Bahn-Fahrt von hier zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle zeitlich nur einem – leider entgangenen - Dessert entspricht, ist da nur ein schwacher Trost...                           Jochen Bleckmann
 
 
 
 
 


l Hin & Weg
l Lufthansa, Air France und diverse andere Veranstalter bieten Flüge ab Deutschland nach Paris ab 80 € pro Strecke an. Frühbucher erreichen die Picardie per Zug ab 49 €, mit dem Auto dauert die Fahrt ab Köln oder Freiburg etwa drei Stunden.
 
l Wohnen & Schlafen
l Auberge le Relais: Weitab vom Schuss in der Nähe von Château-Thierry gelegen, eine Oase der Ruhe. Sternekoch Martial Berthuit kocht regionale Küche vom Feinsten zum feinen Preis, die komfortablen Zimmer sind preislich moderater. www.relaisreuilly.com
l Auberge de la bonne Idée: Ideales Hotel in Saint-Jean-aux-Bois, um per pedes oder Rad die Wälder rings um Compiégne zu erkunden. 20 gemütliche Zimmer, Restaurant im Haus, DZ-Zimmer ab 85 €, inkl. HP 105 €. www.a-la-bonne-idee.fr
l Le Domaine de Montaigue: Fünf Zimmer vom Feinsten mit antikem Mobiliar in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert; nahe Soissons, kleiner Park ringsum mit Pool, DZ ab 80 €, Fon: 0033-3-23.74.06.62, www.domainedemontaigue.com
l Alba Cottage: Rue Saint Sulpice 13, Bitry, www.alba-cottage.fr
l Chambres d´hôtes de Pierrefonds: rue de limpératice Eugènie 74, www.ermitage-pierrefonds.fr
l Chambres d´hôtes de Rochefort: Mme Abadie, Berneuil sur Aisne, www.hôtel-pierrefonds.com
 
l Trips & Tipps
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Chateau-Thierry: Champagne Pannier, 23, rue Roger Catillon, Château-Thierry, Fon : 0033-3-23.69.51.30, www.champagnepannier.com
l Chateau de Pierrefonds: Die Festung ist ganzjährig geöffnet. Eintritt: Erwachsene 7 €, Kinder bis 14 frei, www.pierrefonds-monuments-nationaux.fr
l Chateau de Chantilly: Natürlich kann man sich durch die Fluchten des Schlosses treiben lassen, sinnvoller ist es jedoch, sich einer Führung anzuschließen. Auch, weil die Privatgemächer sonst nicht zugänglich sind, www.domainedechantilly.com
 
l Infos & Mehr
l  Picardie: www.picardietourisme.com
l Laon: Office de Tourisme, Place du parvier Gautier de Motagne, Fon: 0033-3-23.20.28.62, www.ville-laon.fr

 

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