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SCHWEIZ > Zügig: Per Bahn nach Zermatt und Gstaad


SCHWEIZ > Zügig: Per Bahn nach Zermatt und Gstaad
Zermatt / Gstaad
gig zu den Eidgenossen
Paris, Palma, Prag – Städtereisen sind der Renner an Brückentagen und langen
Wochenenden. Doch wie wär´s mal mit der ländlichen Alternative: Zermatt
im Wallis und Gstaad im Saanenland. Alles in vier Tagen - bequem per Bahn...


Bange machen gilt nicht in Zermatt. Erst recht nicht, wenn es zehn Minuten später mit der Seilbahn hoch auf den kleinen Bruder des großen Matterhorns geht. In einer knappen halben Stunde sind 3883 Meter erreicht und damit die höchstgelegene Aussichtsplattform der Welt. Das heißt im Sommer: von mitunter plus 27 auf null Grad Außentemperatur, je nach Wetterlage. Das weltberühmte große Matterhorn, knapp 600 Meter höher, sieht man zwar nur von hinten, der grau-raue Rücken kann aber auch entzücken - vor allem, weil von unten ein weißes Wolkenmützchen oft die Sicht auf den markanten Gipfel versperrt. Die Luft ist dünn, nichts also für Herzkranke, dafür aber für Snowboarder und Gipfelstürmer – entsprechend ist der Mix an Bord der Kabine. Jung und alt, Yuppies und Japaner.


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Der Berg ruft in "zer Matt"
„Zeigt er Kragen, kann man´s wagen, trägt er Hut, wird´s Wetter gut“, sagen die Zermatter über ihren Hausberg. Wer´s braucht, Berg erfahren ist und ein Mal spitze sein möchte, kann den Trip hoch aufs Matterhorn in Begleitung eines erfahrenen Bergführers machen – 785 Euro muss er für den Gipfelsturm berappen. Eine Nummer kleiner sind ambitionierte Wanderer auf dem Kleinen Matterhorn dabei: Ein begleiteter Ausflug zum 4164 Meter hohen Breithorn kostet 123 Euro, den hat sogar schon ein Rollstuhlfahrer geschafft.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde „zer Matt“ übrigens 1495, im Jahre 1838 öffnete dort das erste Haus am Platz, das „Hotel Mont Cervie“. Inzwischen gibt es vor Ort 119 Hotels, aktueller Top-Tipp für Hobby-Alpinisten: Die im Frühjahr 2010 eröffnete und auf knapp 2900 Meter Höhe gelegene „Monte Rosa Hütte“ mit Übernachtungsmöglichkeiten für 120 Gäste – inklusive Gratissicht aufs Matterhorn. Besser kann man sich oberhalb von Zermatt nicht betten, wenn mal der Berg ruft. Zeitlich könnte es dann aber eng werden auf der Agenda - also zügig weiter gen Gstaad, der Zug fährt stündlich talwärts nach Visp und Brig. Lässt zur Rechten Saas und all seine Dörfer liegen und erreicht nach knapp einer Stunde waghalsiger Strecke die Rhône. Wer will, kann auf der Fahrt talwärts noch einen kleinen Stopp einlegen: Sei es, um David Wisner zu besuchen, der auf 1600 Meter hoch über dem Örtchen Embd Yaks  aus dem Himalaya züchtet und auch Trekking-Touren anbietet – übernachtet wird dabei in original tibetanischen Zelten . Oder einen Schoppen Wein zu trinken - gelesen und gekeltert auf Europas höchstgelegenen Weinlagen, den Visperterminen auf 1150 Meter Höhe.


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„Stern“-Schuppen satt in Gstaad
In Brig bleibt Zeit für einen kleinen Stadtbummel, dann geht´s weiter gen Gstaad. Einmal noch in Spiez umsteigen in den „Golden Pass Panoramic“-Zug, eine knappe Stunde später sind dann Zweisimmen und später Gstaad erreicht. Das Saanenland zeigt sich während der Fahrt von seiner schönsten Seite, Klischee pur, mit sattgrünen Wiesen im Sommer und schneeweißen Hügeln im Winter. Eine malerische Region, wie geschaffen für diskrete Hideaways von Promis aus aller Welt. Nur selten kommen sie in die Schlagzeilen wie zuletzt Regisseur Roman Polanski. Erst seit er in die US-schweizerischen Gesetzesmühlen geriet, ist sein dortiges Luxus-Chalet „Milky Way“ in aller Munde. Zeigte sich in Zermatt das Matterhorn mit breiter Brust, präsentiert sich Gstaad eine Nummer kleiner mit seinem Hausberg, dem 2284 Meter hohen „Ruebli“-Horn. Das wird locker getoppt vom Highlight der Region: dem „Glacier 3000“. Die Gondelei hoch auf den 2971 Meter hohen Scex Rouge ist Schwindel erregend, dafür mit Perspektive: Ringsherum tummeln sich bei klarer Sicht 24 Viertausender, darunter Matterhorn, Jungfrau und Mont Blanc. Wer will, kann die Aussicht per „Alpine Coaster“ auf der weltweit höchsten Rodelbahn genießen oder eine zweistündige Gletscherwanderung zum Teufelskegel, dem Quille du Diable, machen. Wanderer können entspannt die sanften Hügel rund um Gstaad und Saanen mit Höhen von bis zu 730 Metern erkunden.
Gourmets sollten eine kulinarische Entdeckungsreise durch die Region machen, nirgends in der Schweiz leuchten so viele Stern-„Schuppen“ wie rings um Gstaad. Natürlich kann man in jedem x-beliebigen „Beizli“ ein Käsefondue bestellen, das allemal besser schmeckt, als alles bisher unter diesem Namen Probierte. Man kann aber auch die „18“ am Gourmethimmel erklimmen in der „Chesery“ in Gstaad oder den Abend im „Palace“-Hotel mit einem Schmaus im 15-Punkte-Restaurant „Le Grill“ krönen. Fürs leibliche Wohl ist allemal gesorgt, die Preise sind allgemein auch in den Cafés moderat, tunlichst sollte man jedoch auf ein Stück Fleisch vom Saanenländer Rind verzichten – für Einheimische klafft da eine Riesenlücke zwischen saftigen Preisen und trockenem Fleisch. Nachteil für Freunde einheimischer Tropfen: Ein Achtel des durchaus wohlschmeckenden wallisischen Weins schlägt auch mal mit knapp elf Euro zu Buche. Tipp am Rande: Bei Johann Graf in der Molkerei Schönried, ein paar Autominuten oberhalb von Gstaad und Saanen wird seit Jahrzehnten der beste Käse weit und breit produziert – aus „silofreier“ Milch, direkt angeliefert in klassischen Alu-Milchkannen von den Bauern aus der Region. Mit ihrem „Hornberger Mutschli“ und dem „geräucherten Schönriederli“, einem Rohmilchkäse verfeinert mit Ziegenmilch, sahnen sie Jahr für Jahr auf Bergkäse-Olympiaden Gold und Silber ab.
Resumée nach vier ereignisreichen Tagen: Schneller und bequemer kann man zwei der schönsten schweizerischen Regionen nicht „erfahren“. Eine Nacht in Zürich oder Basel lässt sich dabei noch einschieben, doch: So zügig unterwegs wird man dann schnell vom Eid- zum Eilgenossen...                                                                                           Jochen Bleckmann

l Infos & Mehr

l Anreise Ab Hamburg, Berlin und dem Rhein-, Ruhrgebiet fährt die City Night Line täglich ab 59€ p.P. in die Schweiz. Endstation ist jeweils Zürich. Bei Frühbuchungen gibt´s Sondertarife ab 49 € p.P. („national“ bis Basel Bad) für die einfache Fahrt im Liegewagen, „international“ bis Brig für 20 € mehr pro Person. Schlafwagen kostet ab 79 € p.P. Rechtzeitig zur Schneesaison fährt der City Night Line bis April 2011 an den Wochenenden geradewegs in die Skigebiete rund um Brig und in Tirol. So gelangen zum Beispiel Wintersportfreunde aus Hamburg, Hannover und dem Rhein-Ruhr-Gebiet jeden Freitag bis in das schweizerische Brig. Aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet reisen Sie mit dem City Night Line direkt ins winterliche Österreich nach Innsbruck.Nähere Infos über www.citynightline.de
l Swiss Pass Bis zu einem Monat kann man sich damit in der gesamten Schweiz zu Lande (mit öffentlichen Verkehrsmittel wie Zügen, Postbussen und Straßenbahnen), zu Wasser (alle Fährverbindungen) und in der Luft (ermäßigte Seilbahnpreise) bewegen. Gratis obendrein: der Eintritt in 450 Schweizer Museen. Ein 4-Tage-Pass kostet p.P. in der 2. Klasse 241€, für Pärchen 137€ p.P., für alle unter 26 Jahre gibt´s 25 % Rabatt. Infos Swiss Pass: 00800 – 100.200.30 (kostenlos)


l E-Mail Schweiz Schweiz: info@myswitzerland.com
l Internet www.MySwitzerland.com
l Zermatt Zermatt Tourismus, Bahnhofsplatz, CH-3920 Zermatt,
Fon: 0041-27-966.81.00, E-Mail: info@zermatt.ch, www.zermatt.ch
l Gstaad Gstaad Saanenland Tourismus, Promenade CH-3780,
Fon: 0041-33-748.81.84, E-Mail: info@gstaad.ch, www.gstaad.ch
l Kleines Matterhorn www.matterhornparadise.ch
l Snow & Alpinecenter Zermatt, Telefon: 0041-27-966.24.60, www.alpincenter-zermatt.de
l Monte Rosa-Hütte Zermatt, monterosa.sac@rhone.ch, Telefon: 00 41-27-967.21.15
l Golden Pass Panoramic-Zug www.goldenpass.ch, Alpine Coaster, www.glacier3000.ch
l Molkerei Schönried Gstaad, www.bergmolkerei.ch
l Yaks Embd, Fon: 0041-27-952.14.22, www.yaks.ch
l Wein Visp, www.visperterminen.ch

l Wohnen & Schlafen
l Zermatt > The Matterhorn Hostel Schluhmannstr. 32 > Äußerlich eher ein Chalet, innen mehr was für Gäste, die an ihre Bleibe eher bescheidene Ansprüche stellen. Die Zimmer - wahlweise mit 6 bis 8 Betten oder 2 bis 4 für Familien und Pärchen - sind funktionell, aber okay, die Doppelstockbetten tun auch bei der Schweizer Armee ihren Dienst. Zum Hauptlift sind es 100, zum Zentrum 200 Meter. Bett ab 34 SFr, www.matterhornhostel.com

l Gstaad > Posthotel Rössli Promenade 10 > Wenn schon, denn schon: Das charmante Dreistern-Hotel im Herzen der Stadt wurde 1846 gebaut und ist das älteste Gasthaus in Gstaad. Entsprechend heimelig und doch komfortabel sind die Zimmer. Genau wie das "Stübli", in dem auch das Frühstück serviert wird. Das Doppelzimmer gibt´s ab 120 €, www.posthotel-roessli.ch
l Gstaad > Steigenberger Hotel Gstaad Saanen Der Blick hinunter auf Saanen und Gstaad hat schon was - auch wenn es knapp vier Kilometer sind, um vom Zentrum Gstaads auf die Höhe zu kommen. Dann erwartet einen im Steigenberger Hotel aber das, was man gemeinhin unter qualitativ hochwertiger schweizerischer Hotellerie versteht: Lage am Südhang, ein im Chalet-Stil gehaltenes 124 Zimmer-Haus mit liebenswürdigem Service in zwei Restaurants und einer Bar, dazu ein großer Wellness-Beauty-Bereich. DZ ab 159 Euro. Steigenberger Hotel Gstaad-Saanen, Fon: 0041-33-74.86.466, www.gstaad-saanen.steigenberger.ch
l Gstaad > Hotel Bernerhof Mitten in der Fußgängerzone und nur wenige Gehminuten weg vom Bus- und Bahnhof gelegen, ist das Vier-Sterne-Wanderhotel Bernerhof eines der besten Häuser am Platz. Mit komfortablen Zimmern zu einem sehr moderaten Preis, absolut ruhig gelegen und sehr familienfreundlich geführt, bietet es alles, um Gstaad und das Saanerland ganz in Ruhe per pedes, E-Bike oder mit dem Auto zu erkunden. DZ ab 100 Euro, Hotel Bernerhof, Fon: 0041-33-748.88.44, www.wanderhotel.ch

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