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SEYCHELLEN > INSEL-TRIP: Coco-de-Mer und mehr
NEWS > Die Fremdenverkehrsämter von Mauritius, den Seychellen, Madagaskar und La Réunion werden künftig enger unter dem Namen „Les Iles Vanille“, Inseln der Vanille, zusammenarbeiten. Ziel: Touristische Angebote sollen künftig aufeinander abgestimmt werden, wobei jede Destination ihre Authentizität bewahren soll.


Exotik pur in voller Farbenpracht

Eine harte Nuss jenseits von Afrika
Spricht man vom Ferienparadies, liegen die Seychellen mit den Hauptinseln Mahé, Praslin und
La Digue weit vorn in der Gunst der Sonnenanbeter. Dabei ist das Archipel vor der Ostküste Afrikas
schon seit langem auch ein Dorado für Naturfreunde, Hochseeangler und Hobby-Ornithologen...




Dem portugiesischen Entdecker Vasco da Gama
müssen die 115 Granit- und Koralleninseln östlich von Afrika vor kn
app 500 Jahren vorgekommen sein wie grüne Saphire in der türkisfarbenen Weite des Indischen Ozeans. Mehr zufällig stieß er auf das unbewohnte Archipel, das seitdem zwar Teil der großen Weltkarte ist, dank seiner Lage und relativen Abgeschiedenheit aber einen nicht unbedeutenden Teil seiner Ursprünglichkeit bewahrt hat. Einen Beitrag dazu leistete auch die Unesco, die das Vallée de Mai auf Praslin – endemische Heimat der kokett-kuriosen Coco-de-Mer, der mit bis zu achtzehn Kilogramm Gewicht schwersten Nuss der Welt – mit dem Prädikat „Weltnaturerbe“ ausgezeichnet hat. Im selben Atemzug versuchte die Regierung, mit rigorosen Schutzmaßnahmen dem touristischen Ausverkauf der Inseln zuvorzukommen. Mit Erfolg: Heute steht knapp die Hälfte der Landesfläche unter Naturschutz. Eine einzigartige Flora und Fauna mit rund 75 verschiedenen Pflanzenarten und zahllosen Amphibien und Vögeln suchen ihresgleichen auf dem Erdball. Erst 1770 wurden die Inseln von Franzosen besiedelt, war jedoch schon vorher Rückzuggebiet für Piraten, die von hier aus über Jahrzehnte den Seeweg zwischen Asien und Europa unsicher machten. Der bekannteste und erfolgreichste Korsar war war in den 1720er-Jahren Olivier Le Vasseur, Kampfname La Buze, der Bussard. Über 150 Millionen Euro soll der Schatz wert sein, den er nach Ansicht Einheimischer auf der Hauptinsel Mahé vergraben hat.
Während die Insel Praslin heute eher ein Ort der Beschaulichkeit ist, hat sich die Hauptinsel Mahé als wirtschaftliches und politisches Zentrum auch touristisch dem Wandel der Zeit gebeugt. Eine Vielzahl Hotels steht in der Hauptstadt Victoria und an den insgesamt 68 über die 152 Quadratkilometer große Insel verteilten Stränden. Doch nicht umsonst gilt Mahé als abwechslungsreichste und schönste des gesamten Archipels: Dichte Palmwälder voll seltener Orchideen, Heilpflanzen und farbenprächtiger Vögel überziehen das hügelige Inselinnere, das von bis zu 905 Meter hohen Gipfeln überragt wird. Die Küstenlinie säumen viele kleine idyllische Buchten, die hier wie auf den Schwesterinseln „Anse“ heißen, auch wenn sich das touristische Leben hauptsächlich an der „Beau Vallon Bay“ abspielt. Und doch: Die Seychellen sind nicht nur Mahé, und anders als Vasco da Gama kann man heute schnell von einem Eiland zum nächsten schippern oder fliegen...

l Mahé: Unschwer lässt sich die von 1756 bis 1794 währende französische Kolonialzeit aus den Orts- und Inselnamen erkennen. Abgelöst wurden die Franzosen von den Engländern, 1903 wurden die Inseln eigenständige britische Kolonie, seit 1976 sind sie unabhängig. Inzwischen wohnen neun von zehn Seychellois auf der 239 Quadrat-kilometer großen Mahé- oder Granitic-Gruppe des Archipels. Sie umfasst 41 Inseln mit der Hauptinsel Mahé, berühmt für ihre auf 25 mal acht Kilometern verteilten Bergwälder, Buchten und superweiße Sandstrände. Victoria, Hauptstadt und Dreh- und Angelpunkt des Archipels, präsentiert sich kolonialhistorisch mit dem Kenwyn House, dem Londoner Big Ben nachempfundenem Uhrenturm aus dem Jahr 1903, der fünf Jahre älteren katholischen Kathedrale und dem State House südlich der Stadt. Munteres Markttreiben lässt sich auf dem Selwyn-Clarke-Market erleben. Für Bergwanderungen durch einen exotischen Regenwald bietet sich der dreißig Quadratkilometer große „Morne Seychellois“- Naturpark im Zentrum Mahés an: Die Fleisch fressende Pitscher-Plant ist hier genauso zu Hause wie eine große Zahl von Orchideen – wie auch der kleinste Frosch der Welt. Dazu: herrliche Strände in Grand Anse und Barbarons, Ausblicke bei Port Gland und Mission und ein atemberaubendes Panorama an der Anse la Mouche im Süden der Insel. Gleich nebenan liegt die Ausflugsinsel Islette – sie ist bei Ebbe auch zu Fuß erreichbar.

l Praslin: Rund fünfzehn Flugminuten oder drei Stunden mit der Fähre von Mahé entfernt liegt Praslin mit einem der größten Naturwunder der Inseln: Im Vallée de Mai stehen Tausende der bis zu 30 Meter hohen, weißstämmigen Coco-de-Mer-Palmen. Wissenswert nicht nur für Erotomanen: Die bis zu 18 Kilogramm schweren Nüsse sind die schwersten Samen der Welt, ihre männlichen Palmen-Pendants stechen durch penisartige Fruchtstempel ins Auge. Ergötzen kann man sich daran zwischen acht und 17.30 Uhr. Die schönsten Strände sind die Côte d’Or und die Baie Chevalier im Norden der Insel.

l La Digue: Grand- und Petite Anse sowie den wohl weltweit am häufigsten abgelichteten Strand hat die viertgrößte Seychellen-Insel La Digue vorzuweisen. Am Union Beach liegen die Hunderte Millionen Jahre alten Granitbrocken so dekorativ im leuchtendweißen Pudersand, dass die Hand schon automatisch zur Kamera greift. Nicht minder fotogen sind die Aussichten vom 333 Meter hohen Nid d’Aigles im Inselinneren. Von dort sieht man auch schon einige der kleinen Schwesterinseln rund um Praslin und La Digue. Sechs Winzlinge buhlen darum, welche wohl den beiden Geschwistern ein paar Schaulustige abspenstig machen kann. Die nördlichste Insel des Archipels liegt dabei einen Flügelschlag vorn. Das abgeschiedene Bird Island ist ein Vogelparadies – besonders in den Sommermonaten, wenn Millionen Schwalben dort brüten.

l Cousin: Das Eiland, nur einen Steinwurf von Praslin entfernt, steht dem nicht viel nach. Seit einem Vierteljahrhundert ist das Inselchen ein Vogelreservat, das an drei Tagen der Woche auch Besuchern offen steht. Highlights sind im Winter die Karett-Schildkröten, die Jahr für Jahr immer zur selben Zeit im warmen Sand ihre Eier ablegen und von der Sonne ausbrüten lassen.

l Aride: Vogelfrei fühlen sich gefiederte Exoten auch auf der nördlichsten der Granitinseln, auf Aride. Fünfzehn Kilometer von Praslin entfernt findet man dort eine exzellente Vielzahl an Seevögeln aller Art. Tagesausflüge sind möglich, fallen jedoch häufig wegen rauer See ins Wasser.

l Île Denis: Schlechtes Wetter sollte jedoch keinen Angler davon abhalten, auch mal der Île Denis einen Besuch abzustatten. Sie ist das Eldorado für Hochseefischer – nur wenige Meter von der Küste entfernt fällt das Plateau steil ab und ist damit ein idealer Lebensraum für Großfische wie Hai und den Blauen Marlin.

l Silhouette: Naturfreunde finden dagegen auf Silhouette ein adäquates Revier. Auf der mit nur 20 Quadratkilometern drittgrößten Seychellen-Insel steht der artenreichste Urwald des Archipels, begehbar nur über Wanderwege.

l Frégate: Für Tierfreunde interessanter ist das einstige Piratennest Frégate. Die östlichste Insel ist Heimat der legendären Elefantenschildkröten. Hat man sich an den Schwergewichten satt gesehen, kann man ja noch weiter auf Schatzsuche gehen.

Ohne Gewähr kann man dies natürlich auch etwa 250 Kilometer südwestlich von Mahé tun. Dort liegen rund hundert Koralleninseln vom Indischen Ozean umsäumt und erfreuen sich ihrer Abgeschiedenheit. Nur wenige Inseln dort, darunter Desroches, Poivre und Marie Louise, sind bewohnt. Alle anderen sind Paradiese für Schildkröten und Seevögel. Um hin zu kommen, braucht´s eine Besuchsgenehmigung. Hat man diese in der Tasche, stehen einem auch alle Wunder der faszinierenden Unterwasserwelt offen.

l Aldabra: Last not least gibt es 1200 Kilometer südöstlich von Mahé noch ein Kleinod, das im Schnitt von zwanzig Zoologen aus aller Welt bewohnt wird. Von Mangrovenwäldern gesäumt, hat die Koralleninsel Aldabra eine der weltweit größten Lagunen. Das mit pilzförmigen Felsen bestandene „Binnenmeer“ ist über 30 Kilometer lang und bei Ebbe nur einen Meter tief. Auf dem Inselkranz leben Abertausende Fregattvogelpaare und Tölpel. Von den rund 150.000 Elefantenschildkröten ganz zu schweigen…

l Fragen & Antworten
Das Seychellen-Archipel umfasst insgesamt 115 Inseln, die sich über eine Gesamtfläche von 1,3 Millionen Quadratkilometern verteilen. Die effektive Landfläche beträgt nur 447 Quadratkilometer. Von den 40 Granit-Inseln sind acht ständig bewohnt, die restlichen Korallen-Atolle nur vereinzelt. Insgesamt zählen die Seychellen rund 70.000 Menschen, davon sind knapp 90 Prozent Kreolen. Allein 60.000 leben auf der Hauptinsel Mahé, dort wiederum fast die Hälfte in der Hauptstadt Victoria. Auf den Inseln herrscht Linksverkehr. Gültiger Pass und Rückflugticket reichen für An- und Abreise aus. Impfungen sind nicht erforderlich. Das Klima ist tropisch, von April bis Oktober weht der trockene „Paradieswind“, von November bis März fallen heftige Monsun-Regenfälle.
l Hin & Weg
l Air France, Air Seychelles, BA Mahé und Condor fliegen regelmäßig auf die Inseln, günstige Angebote hat auch Qatar Airways. Preise: ab ca. 700 €.
l
Tischler Reisen bietet die zwölftägige Reise "Inselhüpfen - Praslin und Mahé" an. Ab Mahé geht´s in 15 Minuten per Flug nach Praslin, auf dem Rückweg hüpfen die Gäste via Schnellboot von Insel zu Insel. Jeweils fünf Nächte werden auf beiden Inseln verbracht. Die Reise kostet inklusive Linienflug mit Emirates ab Deutschland, einem Inlandsflug auf den Seychellen, allen Transfers und Übernachtungen ab 1790 Euro. Auf dem Rückweg bietet sich ein Stopover in Dubai an, der 140 Euro zusätzlich kostet - zwei Hotelnächte inklusive.
l Infos & Mehr
l Seychelles Tourist Office, Frankfurt, Fon: 069-29.72.07.89, Internet: www.seychelles.travel und www.seychelles.com, www.agoda.de, www.tripadvisor, www.lavigne-reisen.de, www.trauminselreisen.de
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